Mein Ikigai: Auf der Suche nach dem Lebenssinn
- lealandmann
- 22. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Aug.
Vor Kurzem bin ich auf Instagram über das Konzept des Ikigais gestolpert. Die Creatorin johanna.ulbrich wurde mir in meinen Feed gespült und ein Reel, in welchem sie ihr eigenes Ikigai sucht. Ikigai ist japanisch und heißt übersetzt so viel wie: "das, wofür es sich zu leben lohnt" oder "das Lebensziel", "der Lebenssinn". Johanna Ulbrich spricht in besagtem Reel darüber, dass sie nie einen Traumjob hatte und nach dem Studium auf der Suche nach einem neuen Ziel und einem neuen Weg ist. Das, was sie beschreibt, konnte ich sehr gut nachempfinden. So entschied ich mich, mich ebenfalls auf die Suche nach meinem Ikigai zu begeben.
Wie finde ich jetzt mein Lebensziel?
Im Reel sind es vier Kategorien, zu denen man zunächst 10 bis 20 Stichpunkte notiert: "Was ich liebe", "Was ich gut kann", "Wofür ich bezahlt werden kann" und "Was die Welt braucht". Dann bildet man aus diesen Kategorien noch einmal vier Überschneidungen: Leidenschaft (aus 1 und 2), Mission (aus 1 und 4), Beruf (aus 2 und 3) und Berufung (aus 3 und 4). Aus diesen vier Stichpunkt-Blöcken kreiert man dann vier Sätze. Im Anschluss sucht man Wörter, die in diesen Sätzen mehrfach vorkommen, und bildet daraus zwei Sätze. Aus diesen zwei Sätzen formuliert man schließlich sein Ikigai.
In der westlichen Welt konzentriert sich diese Form des Ikigais auf die Berufswahl. Allerdings kann die japanische Weisheit auch in einer Sinnkrise helfen oder bei der persönlichen Weiterentwicklung unterstützen.

Mein persönliches Ikigai
Nachdem ich den Schritten gefolgt bin, habe ich für mich mein persönliches Ikigai formulieren können: "Ich nutze meine Kreativität und mein Talent, Menschen zusammenzubringen, um Gemeinschaftssinn, Friedensbildung und Naturerfahrung an die Menschen heranzubringen." Ich finde das eine sehr schöne Formulierung und habe mich tatsächlich am Ende in diesem Ikigai sehr widergefunden, auch wenn es mir anfangs schwergefallen ist. Doch was fange ich jetzt mit dieser Erkenntnis an?
In einem Ratgeber werden die zehn Regeln des Ikigai genannt. In einem anderen werden zehn andere Regeln genannt. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Ikigai an sich eine Lebensphilosophie ist, die auf einer gesunden Lebensführung basiert. Also leite ich mir daraus einige Anweisungen für mein Leben ab:
Aktiv bleiben, sowohl körperlich als auch geistig, und einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen.
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung priorisieren.
Zeit mit geliebten Menschen und Gleichgesinnten verbringen.
Im Einklang mit der Natur (und der eigenen Umwelt) leben.
Sein Handeln an seinem Ikigai ausrichten.

Sinnsuche
Am Ende läuft es, glaube ich, darauf hinaus, dass man in seinem Leben etwas sinnstiftendes, sinnerfüllendes tut. Sei es im Job, den man ausübt, in den Hobbys, die man hat, oder im Ehrenamt, welches man ausübt. Wenn man sich aufgehoben und sinnvoll fühlt, dann scheint man auch einfach ein erfüllteres Leben zu führen.
Für mich heißt es dann wohl: weitersuchen. Meine Sinnsuche ist noch nicht zu Ende; sie hat gerade erst angefangen. Ich bin generell eine Suchende. Ich glaube, dass ich nie an einem Punkt in meinem Leben stehen werde, ohne zu suchen. Vielleicht finde ich irgendwann genug Sinn in meinem Tun, sodass ich wenigstens diese Suche einstellen kann. Das wäre doch einmal schön. Denn so langsam merke ich, dass mich diese Suche innerlich aushöhlt und ich einen übergeordneten Sinn für mein Leben einfach brauche.

Lebenssinn?
Meine Oma sagte zu mir, dass sie im Alter ganz anders über ihr Leben nachdenkt. Viele der Dinge, über die sie sich früher den Kopf zerbrochen hat, sind heute für sie nicht mehr relevant. Sie haben nicht mehr denselben Stellenwert. Auch über einen Sinn für ihr Leben zerbricht sie sich weniger den Kopf. Sie hat vielmehr festgestellt, dass sie einfach leben möchte.
Vielleicht ist es auch genau das: im Hier und Jetzt zu leben. Das könnte der Sinn der eigenen Existenz sein. Ich möchte viel mehr den Moment genießen und im Hier und Jetzt sein, denn genau das ist mein Leben. Alles, was mal war, sind nur Erinnerungen, und das, was kommt, kann ich sowieso nicht beeinflussen.
Doch damit ich das Hier und Jetzt in vollen Zügen genießen kann, gibt es natürlich viele Bedingungen, die beeinflussen, ob ich es schaffe, den Moment zu fühlen oder nicht. Manchmal möchte man einem Moment vielleicht auch entfliehen, aber dies zu merken, ist auch eine Form des Im-Moment-Seins.
Wofür es sich zu leben lohnt
Ich glaube, am Ende lohnt es sich für mich, für all die kleinen Momente in meinem Leben zu leben. Morgens stehe ich auf, um liebe Menschen treffen zu können, tanzen zu gehen, in der Natur sein zu dürfen und all die anderen kleinen Momente des Alltags in mich aufzusaugen. Vielleicht geht es doch gar nicht darum, den Sinn zu finden, sondern ihn in all den Kleinigkeiten zu sehen. Es geht darum, ihn in seinem alltäglichen Handeln immer zu priorisieren und am Ende das Leben am eigenen Sinn auszurichten.
Fazit: Der Weg zu meinem Ikigai
Die Suche nach meinem Ikigai ist ein Prozess. Es ist eine Reise, die ich mit Neugier und Offenheit angehe. Ich lerne, dass es nicht immer um große Ziele geht. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Ich lade dich ein, ebenfalls auf diese Reise zu gehen. Finde heraus, was dir Freude bereitet, was dich erfüllt und was dir das Gefühl gibt, lebendig zu sein.
Ich hoffe, meine Erfahrungen inspirieren dich, deinen eigenen Weg zu finden. Lass uns gemeinsam diese spannende Reise antreten!




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