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10 Tipps im Umgang Miteinander

  • lealandmann
  • vor 3 Tagen
  • 7 Min. Lesezeit

Oder: Wie wichtig ist das richtige Verhalten überhaupt?

In letzter Zeit passiert es mir immer öfter, dass sich Menschen an mich wenden und um Rat fragen, wie sie sich gegenüber anderen Personen in ihrem Umfeld verhalten können oder sollten. Es scheint mir, dass ich anderen hilfreiche Tipps im Umgang mit ihren Mitmenschen geben kann und daher teile ich einfach einmal 10 dieser sozusagen Tipps mit euch. Dabei spreche ich aus meinen eigenen Erfahrungen und was mir persönlich hilft.


Selfie von einer Frau

Tipp 1: Du kannst das Verhalten deines Gegenübers nicht beeinflussen

Ein Kumpel von mir hat immer ganz große Angst davor, wie andere Menschen wohl reagieren, wenn er Kontakt zu ihnen sucht. Er wünscht sich tiefe Verbindungen, hat aber gleichzeitig schon schlechte Erfahrungen damit gemacht, von sich aus auf andere Menschen zuzugehen. Ihm wurden dann falsche Erwartungen unterstellt. Daher ist er nun total verunsichert, wie er sich verhalten soll, da er das Gefühl bekommen hat, dass sein Verhalten nicht zu dem Ergebnis führt, welches er sich wünscht. Ich spreche ihm Mut zu, weiterhin auf andere Menschen zuzugehen, sage ihm jedoch auch, dass er nie von vorneherein beeinflussen kann, wie sich eine andere Person verhält. Was ein andere Mensch aus dem macht, was wir ihm anbieten, liegt an diesem und nicht an uns.


Tipp 2: Sei du selbst

Diesen Tipp werden die meisten von euch sicherlich schon einmal irgendwo gelesen haben, aber er ist umso wichtiger. Erst als ich mich in meinem Leben nicht verstellt habe, habe ich die Menschen angezogen, die wirklich zu mir passen. Wenn man das ausstrahlt, was man verkörpert, dann zieht man auch die Menschen an, die dieselben Werte verkörpern. Es hilft nichts, sich in eine Form zu pressen, nur um anderen Menschen zu gefallen. Den Menschen, die wirklich zu dir gehören, gefällst du, gerade weil du so bist, wie du bist. Und Mal ehrlich: Wer will schon so sein, wie einen jemand anderes haben möchte?


Tipp 3: Ehrlichkeit ist oft der Schlüssel zum Erfolg

Man kann noch so viele tolle Eigenschaften und Absichten haben, wenn man nicht ehrlich zu sich und seinem Gegenüber ist, dann verbaut man sich ganz viele Chancen. Ich habe in meinem Leben ganz oft vorgegeben, Dinge zu kennen, die ich gar nicht kenne oder Sachen zu mögen, die ich gar nicht mag. Dadurch haben Menschen angenommen, dass ich dieselben Dinge wie sie mag, oder mir Sachen nicht mehr erklärt. Es war letztens total befreiend, als ein Mensch mich Mal anschaute und sagte: "Du kennst das nicht wirklich, oder?" Weil er merkte, dass ich einfach bloß genickt hatte, da es einfacher erschien. Ehrlichkeit bedeutet oft Mut. Man muss über seinen Schatten springen, seine Komfortzone verlassen und man darf sich die Antwort auf die Ehrlichkeit, die man seinem Gegenüber geschenkt hat, nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Aber nur mit Ehrlichkeit findet man die Menschen, die auf derselben Wellenlänge sind und man kann ganz schnell die Menschen aussortieren, die nicht zu einem passen. Außerdem wünschen wir uns von unserem Gegenüber doch ganz oft ehrliche Antworten, also warum nicht ein Vorbild und selbst ehrlich sein.


Menschen im Garten

Tipp 4: Du musst nicht von allen gemocht werden

Ganz so, wie man selbst nicht jeden Menschen mag, muss man auch nicht von allen anderen Menschen gemocht werden, oder diese dazu bringen, einen zu mögen. Natürlich wünschen wir uns alle tiefe Verbindungen, Freundschaften und gleichgesinnte Menschen, aber nicht um jeden Preis. Es geht nicht darum, dass einen alle mögen müssen. Das wäre ein Anspruch, den man nie erfüllen kann und der einen irgendwann unglücklich macht. Wie es bereits im ersten Tipp heißt, dass man das Verhalten anderer nicht beeinflussen kann, kann man eben auch nicht beeinflussen, ob sie einen mögen, oder nicht. Dazu habe ich ein ganz tolles Buch gelesen: Du musst nicht von allen gemocht werden! Vom Mut sich nicht zu verbiegen. Und die Menschen, die mich dann letztendlich mögen, die mag ich dann auch umso mehr.


Tipp 5: Einfach Mal machen, könnte ja gut werden

Im Verhalten mit anderen heißt es oft: Über den eigenen Schatten springen. In unserer Gesellschaft vereinzeln die Menschen immer mehr und leben oft abgekapselt in ihrer eigenen kleinen Blase. Viele wissen gar nicht, wie sie sich anderen gegenüber verhalten sollen, also machen sie es gar nicht erst. Dementsprechend denke ich, dass jeder Schritt, den man tut ein guter Schritt ist. Ich fordere von mir aus andere Menschen zum Tanzen auf, unterhalte mich mit einer sympathischen Person in der Bahn oder lade 40 Menschen zu einer Party ein. Bevor ich zu lange warte, mache ich lieber einfach selbst das, was ich gerne mit anderen zusammen machen würde. Und in den meisten Fällen ist das was dabei herauskommt super gut.


Tipp 6: Geh raus und machs alleine

Eine Freundin möchte unbedingt neue Menschen kennenlernen und hat sich jetzt wieder eine App dafür heruntergeladen. Ich plädiere dafür: Geh einfach raus. Geh an Orte, die dir gefallen, unternimm Dinge allein, fang ein neues Hobby an. Überall dort, wo man auf andere Menschen treffen kann, kann man den Umgang mit ihnen üben. Und im besten Fall lernt man jemanden Neues kennen, der einem so richtig gut gefällt und den man dann adoptiert und in sein Leben integriert. Ganz oft, wenn ich Sachen allein mache, treffe ich auf andere Menschen. Im Theater saß ich neben einem netten jungen Mann, mit dem ich noch was trinken gegangen bin (ganz nach dem Motto: Einfach mal machen). Beim Tanzen kam ich an einen Ort ganz allein, an welchem ich eine kleine Gemeinschaft gefunden habe. Und an diesem einen Mittag im Café hab ich ewig auf mein Essen gewartet, welches vergessen wurde, mir dann auf Nachfrage doch noch gebracht wurde und ich aufgrund der langen Wartezeit dann meine Getränke geschenkt bekommen habe. Also, wenn es um den Umgang mit anderen geht, übt man diesen am besten im Draußen und nicht allein, vor dem eigenen Bildschirm zuhause.


Menschen springen ins Wasser

Tipp 7: Lern Freund*innen von Freund*innen kennen

Oftmals sind die tollsten Menschen die, welche in der Randzone des eigenen Umfelds umherspazieren. Meine Freund*innen habe ich mir nicht umsonst ausgesucht und bin mit ihnen befreundet und oftmals kennen diese ganz viele weitere tolle Menschen, die man nur besser kennenlernen muss. Da heißt es auch aufgeschlossen bleiben und Menschen immer wieder neu kennenzulernen. Der Tipp gilt nicht nur für Freundschaften, sondern auch für Familie, Vereine, Kolleg*innen und Co. Überall wo man Menschen kennt, die man sehr mag und schätzt, lohnt es sich Mal zu schauen, welche Menschen diese noch so kennen. Vielleicht wartet der nächste Herzensmensch schon hinter der erstbesten Straßenecke.


Tipp 8: Mach den ersten Schritt

Wie bereits zuvor schon erwähnt, habe ich das Gefühl, dass die Menschen immer verschlossener werden und zur Vereinzelung neigen. Viele trauen sich nicht, über ihre Schatten zu springen oder ihre Komfortzonen zu verlassen. Und so passiert es, dass sie es nicht wagen, einen anzusprechen oder anch einem Treffen zu fragen, oder sonst etwas zu initiieren. Wird man selbst zu der Person, die von sich aus den ersten Schritt macht, dann kann man sich nie vorwerfen, dass man nicht alles versucht hat. Und es lohnt sich, einfach einmal fremde Menschen anzusprechen, Bekannte zu sich nach Hause einzuladen oder den Arbeitskollegen außerhalb der Arbeit zu treffen. Denn erst dann kann man doch auch entscheiden, ob man einen Menschen mag, oder nicht und inwieweit man diesen besser kennenlernen möchte.


Menschen entspannen sich im Freien

Tipp 9: Strahle Offenheit aus

Ich bin so ein Mensch, den Kinder anlachen und auf den Tiere zukommen. Man fragt mich nach dem Weg, nach Kleingeld, oder ob ich bei etwas helfen kann. Die Offenheit, die ich gegenüber anderen Menschen ausstrahle, macht mich nahbar und erfahrbar und somit muss man auch keine Scheu haben, mich anzusprechen. Noch dazu versuche ich zuerst in Konflikten eine friedliche Lösung zu finden und bin bemüht meinen Mitmenschen auf Augenhöhe und mit Respekt und Liebe zu begegnen. Auch in Fällen, in denen ich weiß, dass Menschen Dinge besser wissen könnten. Doch dadurch, dass ich offen und liebevoll bin und weiß, wann ich mich auch einmal zurückhalten sollte, können Menschen an mich heran, weil ich sie an mich heranlasse. Diese Offenheit sorgt dafür, dass ich im Umgang mit anderen ein wahnsinnig gutes Fundament für ein gutes Miteinander habe.


Tipp 10: Lass limitierende Glaubenssätze los

"Mit diesem Menschen werde ich sowieso nicht klarkommen, da er ganz anders tickt als ich." "Ich komme nur mit Naturwissenschaftler*innen gut aus." "Menschen, die ein Handwerk ausüben, sind mir zu einfältig." "Ich kann einfach nicht mit anderen Menschen." Was auch immer du dir in deinem Kopf manchmal zusammenreimst, welche Vorurteile du hast oder an was für Glaubenssätzen du festhälst. Lass sie einfach einmal los. Oft steckt in anderen Menschen so viel mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Und nur weil man eher introvertiert ist, oder der einzelgängerische Typ, heißt das noch lange nicht, dass man mit Menschen sowieso nicht klarkommt. Ganz viele dieser Glaubenssätze, die wir uns selbst zurechtgelegt haben, oder die uns die Gesellschaft vorlebt, halten uns in unserem täglichen Umgang miteinander zurück. Sprengt man die Ketten dieser auf, dann hat man oft keinen Grund mehr, sich auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten, oder das richtige Verhalten zu suchen. Denn das richtige Verhalten gibt es im Umgang miteinander vermutlich gar nicht.


Es gibt kein richtiges Verhalten im Umgang miteinander

Am Ende möchte ich noch einmal betonen, dass es vermutlich kein "richtiges Verhalten" im Umgang miteinander gibt. Wir Menschen haben alle unsere eigenen Erfahrungen gesammelt und gemacht und nicht jeder wird auf eine Sache gleich reagieren. Auch kommt es oftmals darauf an, in welcher Situation man sich in dementsprechenden Moment befindet oder welche Menschen noch dabei sind. Daher kann man nie wissen, welches Verhalten angebracht wäre. Und das ist auch gut so, denn dadurch hat man vielmehr Spielraum.


Wichtig ist es, sich auf das Gegenüber einzulassen, mit allem, was es mitbringt, und sich nicht im Vorfeld den Kopf darüber zu zerbrechen, wie etwas ankommen könnte oder nicht. Und wenn man dann noch authentisch und ehrlich man selbst ist, kann eigentlich schon nichts mehr schiefgehen. Muss man sich erst verstellen, dann ist das Gegenüber vielleicht nicht das, was für einen geschaffen ist; sei es in Partnerschaften, Freundschaften, Familie, Job oder Verein.


Frau steht an Klippe

Menschliches Verhalten ist etwas Wunderschönes und ich freue mich immer neue Facetten der Menschheit zu entdecken. Ich wünsche mir, dass wir uns alle friedfertiger und liebevoller begegnen können. Denn am Ende haben uns die meisten Menschen gar nichts Schlimmes getan, doch wir haben so schlechte Erfahrungen gemacht, dass wir uns lieber vereinzeln, als mit anderen Menschen zu umgeben. Dabei ist es doch das schönste auf der Welt, unter gleichgesinnten Menschen sein zu können.

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